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Weihnachten ist vorbei. Jedenfalls erzähle ich das allen, als ich am AK47 ankomme, worauf mir die Leute erklären, dass Weihnachten wohl gerade erst anfangen würde. Für mich ist das anders und ich freue mich über die vielen netten Leute im AK, sogar Jungs aus Berlin sind über die Festtage angereist und trinken fleißig Glühwein aus echten Tassen. Alles wirkt richtig relaxt und nichtmal Hintergrundmusik läuft, was aber niemanden zu stören scheint. Wobei der Zeitplan so derbe aus dem Ruder läuft, dass es schon fast nervig ist. Wenn man 19 Uhr auf den Flyer schreibt und vor 22 Uhr nichts passiert, ist das schon etwas verwunderlich, zumal ich mich gerade ziemlich abgehetzt habe, um nicht doch etwas von den KAPUT KRAUTS zu verpassen.

Die Füße frieren am Boden fest und es ist eigentlich egal, ob man draußen vor dem AK oder drinnen steht, denn die Temperatur ist die gleiche.

Meine beiden Lieblingsmitarbeiter reißen sich förmlich darum, den angereisten die neuste USELESS-Ausgabe anzudrehen, und da die Taschen der meisten mit Weihnachtsgeld gefüllt sind und die Verkaufsgespräche professionell ablaufen, funktioniert das auch ganz gut. 

Während der Glühwein und das Bier fließt, musizieren die Düsseldorfer von MISS FORTUNE lustig drauf los. 

Draußen wird für die Punker die Feuertonne angeschmissen. Diese bemerken, dass die KILLERPILZE in der aktuellen USELESS Ausgabe gar nicht so richtig Punk sind und geben sich alle mühe uns das zu erklären... Ihr seid echt alle unglaublich! 

Die zweite Band ist KOBAYASHI und fällt heute - aufgrund von nichtbeachtung- genauso wie MISS FORTUNE aus der Besprechung raus. 

Als KAPUT KRAUTS schließlich beginnen, ist der Konzertraum gut gefüllt. Wärmer ist es immer noch nicht, aber die Menschen sind in Feierlaune. Es wird sich ordentlich bewegt und einige Leute fliegen vor der Bühne hin und her, dass es eine wahre Freude ist. 

Leider spielen KAPUT KRAUTS heute nur mit einer Gitarre, was ein wenig Melodie vermissen lässt, dennoch ist das Set recht gut. Einige Songs von der NEINNEINNEIN-Split LP und viele Songs vom grandiosen „QUO VADIS, ARSCHLOCH“ - Album, welches hier in letzter Zeit rauf und runter läuft. Ein guter Auftritt mit vielen Bierduschen, rumgeschubse, dreckigen Hosen, Schuhen und politisch korrekten Witzen auf der Bühne: „Kommt ein Pferd zum Friseur und sagt: ich hätte gern ein Pony, das wurde mir empFOHLEN“. 

Ein rundum großartiger Abend mit tollen Menschen und einem nicht mehr ganz so politisch korrekten Abschluss mit den Jungs in einem Fast-Food Lokal in Bahnhofsnähe...

(Rene Brocher) 

Foto: Jennifer Fey 

 

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