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3mal ADICTS in 6 Tagen  

November/Dezember 2009: Es ist kalt und stürmisch draußen. Das Wetter scheint sich nicht recht entscheiden zu wollen und möchte am liebsten zu Hause bleiben und Useless lesen…-Doch nein,da war ja etwas – Die Adicts. 

Ich möchte nicht etwa die Vermutung aufkommen lassen, ich hätte nichts davon gewusst, wo mir schon im August von meinem Gemahl alle Nase lang die Wichtigkeit dieser Tage gepredigt wurden. Vielleicht habe ich aber doch ein etwas anderes Gefühl von Wichtigkeit. Da war er nun also, unser 6-Tage-marathon.

Das erste Konzert fand an keinem geringerem Ort als Paris statt, also wurden die Flüge gebucht (Man beachte hierbei, dass ein Flug mittlerweile billiger als ein Zugticket ist). Notdürftig noch ein paar Stadtpläne abgekritzelt und los ging es zu unsere Lieblingsband) 

Und siehe da, wir sollten auch schon bald unser erstes Konzert erreicht haben, aber erst einmal warteten zwei wunderschöne Urlaubstage auf uns: Im Durchschnitt 12 Std laufen pro Tag (Damit einem nicht kalt wird), Flugahfen-Stadt-Wanderungen inkl. Autobahn, Acker und Einflugschneise (Um 7€ einzusparen) und ein paar anstrengende Übernachtungen(Flughafen, Schnarch-hostel). Wir waren mehr als kaputt, was uns aber nicht davon abhielt auch den Weg zum entsprechenden Konzertgelände zu Fuß zu meistern. Der Laden („La Peña Festayre“) überraschte uns insofern, dass wir erstaunt waren, in Paris nun doch eine Punkszene zu sehen, nachdem  wir die letzten Tage  komplett Paris durchforstet hatten (Alle Gegenden/ soziale Schichten etc.) und niemanden gesehen hatten, der auch nur nährungsweise als alternativ hätte gelten hätte können. Nun fanden wir uns wieder in einem Meer von Nieten, Iros und Lederjacken. Das „La Peña Festayre“ war nur etwas größer als unser Lieblingsjugendclub KvU und war für etwa die gleiche Besucherzahl ausgerichtet (200-250 Personen), doch stattdessen wurde der Laden mit über 500 Menschen gefüllt, was einen erheblichen Platzmangel und einen enormen Temperaturanstieg mit sich brachte. Der mehr als dicht gefüllte Laden war darauf zurückzuführen, dass das Konzert ein Festival war, bei welchem insgesamt 4 Bands aufgetreten sind: „Human Dog Food“, “Disturbance“, “Warum Joe“ und „The Adicts“. Die erste Band „Human Dog Food“ war ziemlich nichtssagend und interpretierte „pariser Streetpunk“ scheinbar als eintöniges Geschrammel. „Disturbance“ waren musikalisch schon etwas einfallsreicher, aber entsprachen leider auch gar nicht meinem Geschmack-Nietenpunk halt.  Die dritte Band an diesem Abend, “Warum Joe“ war allerdings eine Überraschung. Mit ihrem düsteren Synthezisersound erinnerten mich die alten pariser Punkrocker fern an Sandow. 

Gegen 23 Uhr wurde es vor der Bühne noch enger – Alle warteten auf die ADICTS. Auch wir postierten uns direkt vor der kniehohen Bühne, was uns bald darauf zum Verhängnis werden sollte. Dann begann das Konzert. Eine Prügelei vom feinsten. Binnen einer halben Minute hatte ich drei Stiefel im Gesicht und meine Arme und Beine waren geziert mit etlichen blauen Flecken, aber die Stimmung war grandios (Soweit ich das in einem fremden Land einzuschätzen vermag). Nichts desto trotz boxte ich mich bald aus der tobenden Menge heraus, um etwas Luft zu schnappen und das Geschehen mit etwas mehr Abstand verfolgen zu können. Die Adicts machten gute Stimmung und spielten ihr neues Set (Ähnlich dem Set 08/09) herunter, doch auch sie schienen leicht verunsichert von den heftigen Emotionsausbrüchen ihres Publikums und vergaßen ein paar Lieder ihres Sets zu spielen. Das heitere Treiben wurde je unterbrochen, als die Band ein „Freestyle-Stück“(?) anstimmten, in welchem sie ununterbrochen Trinkwasser forderten. Das Wasser wurde gebracht und das, für mich etwas befremdliche, Konzert nahm seinen Lauf. Alles in allem ein Erlebnis dass sich gelohnt hat. 

Zu Hause angekommen durfte man sich schon auf das nächste Konzert am Donnerstag im Kesselhaus freuen. Weil ich das Kesselhaus als eher unsympathisch empfinde, hatte ich mir schon so einige Vorurteile für dieses Konzert zurechtgelegt. Diese wurden auch prompt bestätigt, als ich mich nach dem Eintreten in einer Meute halbstarker Jünglinge wiederfand, welche mit ihren schicken Tote-hosen und Adicts T-shirts sogleich ein nie gekanntes Schamgefühl in mir auslösten. Ansonsten war das Publikum schon ziemlich berlin, nur halt etwas frommer, als im So36 letztes Jahr. Auch dieses Konzert begann mit dem typischen Adicts-Intro („Ode to joy“ von Beethoven) und dank meiner lieben Steh-Nachbarin fühlte ich mich im nächsten Moment wie bei MTV-Rock am Ring. Doch nein, die Arme war ja nicht alleine schuld. Da waren noch etliche andere Teenies die sehr beherzt das ganze Konzert lang die exakten Adicts-Songtexte in mein Ohr brüllten und meine Nackenhaare stellten sich erneut auf. Soundtechnisch war dieses Konzert um einiges besser, als das Vorherige – Es hatte Power und es war eben dieser Adicts-Sound. Außerdem wurden keine Lieder vergessen, sodass diesmal auch die komischen Mädchen auf die Bühne klettern konnten um mit dem Sänger “Monkey“ zum Lied „Naughty Girl“ zu tanzen. Es hatte diesmal keine blauen Flecke gegeben- und so kann man ja bekanntlich auch besser einschlafen und sich auf Übermorgen (Adicts in Leipzig) freuen. 

Zum Conne Island in Leipzig fuhren wir nach den ganzen Paris-Strapazen ganz gemütlich mit Auto. Nach den ganzen Meckerei über die anderen Konzerte folgt nun eines der besten Konzerte diesen Jahres (Letzten!). In Leipzig stimmten sowohl die Vorbands, als auch das Publikum und das ganze drumherum. Als erste Band des Abends spielten „Möped“, ein Leipziger Punkband, die ziemlich auf neumodischen 77er Kram macht (Der eine mags, der andre nicht). Die zweite Band waren die Cute Lepers, die nach einigen Formationsänderungen etc. nun mit einer neuen LP (sehr zu empfehlen!) unterwegs waren und wie immer fetzten. Die dritte Band des Abends waren natürlich die Adicts, den man ansehen konnte, dass sie an diesem Konzert wirklich viel Spaß hatten und die nach dem Konzert bekifft rumtorkelten und sich freuten, wie Kinder, als die „Boys“ gespielt wurden. Vor dem Laden wurde Bockwurst und Tofuwurst verkauft- für die kulinarischen Genüsse zwischendurch.  Ein schöner Abend mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen, Spaß und haste nich gesehen…!

(Lea Teage) 

 

 

 

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