VIBRATORS, UK SUBS - Ddorf 19.01.10
The Vibrators und UK Subs am 19.1.10 im ZAKK – Country for Old Men
An der Bühne stehen die üblichen Verdächtigen. Familientreffen der Szene, Charly Harper is in town. Letztes Jahr war es ein bisschen enger , aber das ZAKK (kleine Bühne) ist ganz gut gefüllt.
Die Vibrators starten gleich durch. Dieses Jahr stand ihr Gründer Knox (65) wieder auf der Bühne. Letztes Jahr war er mit Herzproblemen im Krankenhaus. Pete, der ihn 2009 genial vertrat, konnte sich nun ganz dem Bass widmen. Das war auch nötig, da dieser zwischendurch seinen Geist aufgab und ausgetauscht werden musste. Knox spielt keine Gitarre, sondern tritt nur als Sänger auf. Aber Nigel versteht sein Handwerk und sorgt mit seiner Gitarre für den nötigen Drive. Ziemlich dürr und groß, mit schwarzer Lederjacke und Baseballkappe aus der seine langen dünnen Haaren fallen wirkt er schon sehr zerbrechlich. Aber sein Gesang und sein Kontakt zum Publikum sind spitze. Nach der Zugabe sind alle in bestens eingestimmt für die UK Subs. Eines der besten Vibrators Konzerten seit Jahren.
Ein Punkfreund aus England meint: „Könnte die letzte Tour von Knox sein, wenn er schon zu schwach ist Gitarre zu spielen.“
Dann ertönen die Klänge des „Drunken Sailors“ und die Subs legen los. Nicki Garat an der Gitarre wechselte Spagat mit Luftsprung ab und Charly Harper (66) war wie immer gut gelaunt. Auch die UK Subs spielten eines ihrer richtig guten Konzerte.
Zwei Urgesteine des Punk, im Rentenalter und kein bisschen langweilig. Keine Allüren, Spielfreude, kein Gequatsche sondern Tempo und Druck. Verschwitzt vom Pogo haben alle aus Punkfamilienszene strahlende Gesichter, fast alle. Am Ausgang hält ein Mädel einen Stammgast aus Flingern im Arm, damit er nicht umfällt. „Hat ihn denn keiner lieb und hilft ihm.“ Als guter Mensch mit (Oldschool - Punk-) Idealen übernehme ich den Punk und bugsiere ihn mit entsprechender Hilfe in mein Auto. Nicht so einfach, er ist echt hackevoll. Immerhin konnte er mir noch sagen, dass auf der Fortunastr. wohnt. Das Aussteigen um Mitternacht am Dorotheenplatz in Flingern gestaltet sich als schwieriger Akt und erregt die Aufmerksamkeit aller wartenden Taxifahrer. Unser Punkfreund will mich vor überwältigender Dankbarkeit überhaupt nicht mehr loslassen. Als er dann schließlich schwer torkelnd mit Fortuna-Rufen auf dem Gehweg entlang stolpert, weiß ich spätestens beim nächsten Familientreffen im Januar 2011 trinken wir Brüderschaft. Hoffentlich sind Knox und Charly Harper dann noch dabei. Anyway the Punk must go on
(Uwe Bräutigam)









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